
Mikroplastik im Trinkwasser: Wie groß ist das Problem?
Kunststoff ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Mit seiner zunehmenden Verbreitung wächst jedoch auch ein Problem, das mit bloßem Auge meist nicht zu erkennen ist: winzige Kunststoffpartikel, die als Mikroplastik bezeichnet werden. Sie wurden inzwischen in Gewässern, Lebensmitteln, Trinkwasser und auch im menschlichen Körper nachgewiesen.
Wie diese Partikel auf den Menschen wirken, wird intensiv erforscht. Besonders kleine Partikel und Nanoplastik stehen dabei zunehmend im wissenschaftlichen Fokus. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welchen Anteil das Trinkwasser an der persönlichen Aufnahme überhaupt hat und wie die dort gefundenen Mengen im Vergleich zu anderen Quellen einzuordnen sind.
Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob Mikroplastik im Trinkwasser vorkommt, sondern in welchen Mengen, wie diese Werte einzuordnen sind und welche Bedeutung sie für die Gesundheit haben können. Ebenso stellt sich die Frage, ob und mit welchen Verfahren sich Mikroplastik aus Trinkwasser entfernen lässt.
Mikroplastik im Trinkwasser kurz zusammengefasst
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Mikroplastik ist auch im Trinkwasser nachweisbar. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Leitungswasser häufig geringer belastet ist als abgefülltes Wasser. Die Ergebnisse verschiedener Studien sind jedoch nur eingeschränkt vergleichbar.
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Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es derzeit nicht. Die EU hat inzwischen eine einheitliche Messmethode festgelegt, die allerdings erst Partikel ab 20 Mikrometern erfasst. Nanoplastik wird damit nicht erfasst.
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Ein konkretes Gesundheitsrisiko durch Mikroplastik im Trinkwasser ist bislang nicht belegt. Das BfR schätzt das gesundheitliche Risiko nach aktuellem Kenntnisstand als vergleichsweise gering ein. Besonders kleine Partikel und Nanoplastik werden weiterhin intensiv untersucht. Eine 2026 veröffentlichte Studie fand Mikro- und Nanoplastik deutlich häufiger bei Herzinfarktpatienten, belegt damit jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang.
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Mikroplastik lässt sich aus Trinkwasser filtern. Umkehrosmose ermöglicht aufgrund ihrer Membrantrennung eine sehr weitgehende Aufbereitung und kann auch sehr kleine Kunststoffpartikel zurückhalten.
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Trinkwasser ist nur ein Aufnahmeweg. Mikroplastik kann auch über Lebensmittel und die Atemluft in den Körper gelangen. Wasseraufbereitung reduziert deshalb die Exposition über das Trinkwasser, löst aber nicht das gesamte Mikroplastikproblem.
Was ist Mikroplastik?
Als Mikroplastik werden sehr kleine feste Kunststoffpartikel bezeichnet. Üblicherweise sind damit Kunststoffteilchen mit einer Größe zwischen 1 Mikrometer und 5 Millimetern gemeint. Die Größenangaben sind wissenschaftlich nicht vollständig einheitlich definiert. Mikroplastik kann aus unterschiedlichen Kunststoffen bestehen und sich in Form, Zusammensetzung und Herkunft unterscheiden. Größere Partikel sind noch mit bloßem Auge erkennbar, ein erheblicher Teil lässt sich jedoch erst mit geeigneten Analyseverfahren nachweisen.
Mikroplastik und Nanoplastik: Wo liegt der Unterschied?
Unterhalb des für Mikroplastik häufig verwendeten Größenbereichs beginnt der Bereich besonders kleiner Kunststoffteilchen. Nanoplastik wird häufig als Kunststoffpartikel zwischen 1 und 100 Nanometern bezeichnet. Teilweise wird der Begriff jedoch auch für Partikel bis 1.000 Nanometer beziehungsweise 1 Mikrometer verwendet. Eine vollständig einheitliche wissenschaftliche Abgrenzung gibt es bislang nicht.
Zur Einordnung der Größenverhältnisse: 1 Mikrometer entspricht 1.000 Nanometern und nur einem Tausendstel Millimeter. Je kleiner die Partikel werden, desto anspruchsvoller wird ihr zuverlässiger Nachweis. Gleichzeitig können sich sehr kleine Partikel anders in der Umwelt und im menschlichen Körper verhalten als größere Mikroplastikpartikel. Deshalb steht insbesondere Nanoplastik zunehmend im wissenschaftlichen Fokus.
Wo entsteht Mikroplastik?
Mikroplastik hat zahlreiche Quellen. Primäres Mikroplastik wurde beziehungsweise wird je nach Produkt und geltender Rechtslage beispielsweise für bestimmte Anwendungen in Kosmetika, Reinigungsprodukten oder industriellen Verfahren eingesetzt. Innerhalb der Europäischen Union wird die bewusste Verwendung von Mikroplastik in zahlreichen Produkten inzwischen schrittweise eingeschränkt.
Ein erheblicher Teil entsteht jedoch erst während der Nutzung und Entsorgung von Kunststoffprodukten. Sekundäres Mikroplastik bildet sich, wenn größere Plastikteile durch mechanische Belastung, Witterung und UV-Strahlung altern und in immer kleinere Bestandteile zerfallen. Typische Quellen sind außerdem der Abrieb von Autoreifen, synthetische Textilien beim Waschen, Kunststoffverpackungen und Kunststoffabfälle in der Umwelt.
Damit beginnt das Problem häufig lange bevor Mikroplastik im Wasser nachgewiesen wird. Einmal in die Umwelt gelangt, können sich die kleinen Kunststoffpartikel über unterschiedliche Wege weiterverbreiten.

Wie gelangt Mikroplastik in das Trinkwasser?
Mikroplastik gelangt vor allem über Abwasser, Niederschläge und Oberflächenabfluss in den Wasserkreislauf. Von Straßen, Böden und Siedlungsflächen können Partikel in Flüsse und Seen eingetragen werden. Ein Teil kann schließlich auch Wasserressourcen erreichen, die für die Trinkwassergewinnung genutzt werden.
Welche Mengen tatsächlich bis ins Rohwasser gelangen, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten und der Herkunft des Wassers ab. Entscheidend ist außerdem, was auf dem weiteren Weg während der Abwasserbehandlung und Trinkwasseraufbereitung mit den Partikeln geschieht.
Von Reifenabrieb bis Kosmetika: Wie Mikroplastik in das Grundwasser gelangt
Eine bedeutende Quelle ist der Straßenverkehr. Beim Fahren werden kleinste Partikel von Reifen abgerieben. Regen kann diesen Abrieb von Straßen und versiegelten Flächen in die Kanalisation, in Böden oder direkt in Oberflächengewässer transportieren.
Auch im Haushalt entstehen Eintragspfade. Beim Waschen synthetischer Kleidung können Kunststofffasern freigesetzt werden, die mit dem Abwasser zur Kläranlage gelangen. Hinzu kommen bestimmte Anwendungen in Kosmetik und anderen Produkten sowie Kunststoffpartikel, die durch Alterung und Zersetzung von Plastikmüll entstehen. Welche Artikel heute noch gezielt zugesetztes Mikroplastik enthalten dürfen, hängt innerhalb der Europäischen Union von der jeweiligen Produktgruppe und geltenden Übergangsfristen ab.

Kläranlagen können einen großen Teil der im Abwasser enthaltenen Mikroplastikpartikel zurückhalten. Vollständig verhindern sie den Eintrag in die Umwelt jedoch nicht. Zudem verbleibt zurückgehaltenes Mikroplastik teilweise im Klärschlamm. Wird dieser beispielsweise landwirtschaftlich verwertet, können Kunststoffpartikel auf diesem Weg in Böden gelangen.
Der Weg bis ins Grundwasser ist komplex. Böden wirken selbst als Filter, sodass nicht jede freigesetzte Kunststofffaser und nicht jedes Partikel bis in tiefere Wasserschichten gelangt. Besonders kleine Partikel können sich jedoch unter bestimmten Bedingungen weiterverlagern. Oberflächengewässer sind aufgrund direkter Einträge unmittelbarer betroffen.
Wie gut entfernen Wasserwerke Mikroplastik?
Dass Mikroplastik in Flüssen, Seen oder anderen Wasserressourcen vorkommt, bedeutet nicht, dass die gleichen Partikelmengen auch im Trinkwasser ankommen. Bei der Trinkwassergewinnung und Aufbereitung können je nach Wasserwerk mehrere Verfahrensstufen zur Entfernung von Partikeln beitragen.
Verfahren wie Flockung, Sedimentation und Filtration können insbesondere größere Mikroplastikpartikel wirksam zurückhalten. Untersuchungen zeigen, dass die Konzentration während einer mehrstufigen Trinkwasseraufbereitung deutlich sinken kann. Wie hoch die Rückhaltung ausfällt, hängt vom verwendeten Verfahren und insbesondere von der Größe der betrachteten Partikel ab.⁸
Bei sehr kleinen Mikroplastikpartikeln und Nanoplastik wird die Beurteilung schwieriger. Ein Nachweis von Mikroplastik im Rohwasser lässt sich daher nicht unmittelbar auf die Qualität des aufbereiteten Trinkwassers übertragen.
Wie viel Mikroplastik befindet sich im Wasser?
Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es bislang nicht. Mikroplastikpartikel wurden sowohl in Flüssen und Seen als auch in Leitungswasser und abgefülltem Mineralwasser nachgewiesen. Wie viele Partikel eine Wasserprobe enthält, unterscheidet sich jedoch erheblich. Neben der Herkunft des Wassers spielen dabei die untersuchten Partikelgrößen und die verwendeten Analyseverfahren eine entscheidende Rolle. Verschiedene Studien lassen sich deshalb nur eingeschränkt miteinander vergleichen.
Besonders deutlich wird das bei abgefülltem Wasser. Eine deutsche Untersuchung von Mineralwasser wies Mikroplastik sowohl in PET-Einwegflaschen und PET-Mehrwegflaschen als auch in Glasflaschen nach. Im Durchschnitt wurden folgende Werte gemessen:¹
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PET-Mehrwegflaschen: 118 Partikel pro Liter
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Einweg-PET-Flaschen: 14 Partikel pro Liter
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Glasflaschen: 50 Partikel pro Liter
Innerhalb der einzelnen Gruppen schwankten die Ergebnisse zum Teil erheblich. Die gefundenen Kunststoffarten deuteten zudem darauf hin, dass auch Verpackung und Verschlüsse eine Quelle für Partikel sein können.
Damit lässt sich eine naheliegende Annahme nicht pauschal bestätigen: Wasser aus einer Glasflasche ist nicht automatisch frei von Mikroplastik oder grundsätzlich geringer belastet als Wasser aus einer PET-Flasche. Ebenso wenig lassen sich die Ergebnisse einer einzelnen Untersuchung auf jedes im Handel erhältliche Mineralwasser übertragen.
Bei Leitungswasser deuten verschiedene Untersuchungen insgesamt auf geringere Belastungen hin. Auch hier wurde Mikroplastik nachgewiesen, die vorhandenen Messwerte unterscheiden sich jedoch erheblich. Manche Untersuchungen erfassen nur vergleichsweise große Mikroplastikpartikel, während andere bis weit in den Mikrometer- oder sogar Nanometerbereich vordringen. Je kleinere Partikel eine Methode erfassen kann, desto höher kann entsprechend auch die Zahl der gefundenen Partikel ausfallen.
Eine Auswertung des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 2025 kommt unter Berücksichtigung verschiedener Untersuchungen ebenfalls zu der Einordnung, dass Leitungswasser hinsichtlich Mikroplastik insgesamt günstiger abschneidet als abgefülltes Wasser. Gleichzeitig wird auf die eingeschränkte Vergleichbarkeit der verfügbaren Daten hingewiesen.²

Noch einmal anders kann die Situation in natürlichen Gewässern aussehen. In einer vom NDR-Magazin Markt begleiteten Untersuchung wurden verschiedene Wasserproben im Labor auf Mikroplastik untersucht. In einer Probe aus einem Badesee wurden dabei rund 8.000 Mikroplastikpartikel pro Liter nachgewiesen.³ Im Vergleich zu den zuvor genannten Ergebnissen aus Trink- und Mineralwasser erscheint diese Zahl enorm. Ein direkter zahlenmäßiger Vergleich wäre jedoch irreführend, da die Untersuchungen nicht unter identischen Bedingungen durchgeführt wurden.
Solche Funde sind nicht nur aus ökologischer Sicht relevant. In einem Badesee kommen Menschen unmittelbar mit dem Wasser in Kontakt und können beim Schwimmen oder Spielen unbeabsichtigt Wasser verschlucken. Gerade bei Kindern lässt sich das kaum vollständig vermeiden. Welche gesundheitliche Bedeutung eine solche Aufnahme hat, lässt sich aus der Anzahl der gefundenen Partikel allein allerdings nicht ableiten.
Die Frage nach der Menge lässt sich deshalb seriöser durch die Einordnung verschiedener Untersuchungen beantworten als mit einer einzelnen Zahl. Mikroplastik ist in unterschiedlichen Wasserarten nachweisbar. Wie hoch die gemessene Belastung ausfällt, hängt jedoch stark von Wasserquelle, Verpackung, untersuchter Partikelgröße und Messverfahren ab.
Was regelt die Trinkwasserverordnung zu Mikroplastik?
Für zahlreiche Stoffe legt die Trinkwasserverordnung konkrete Anforderungen und Grenzwerte fest. Bei Mikroplastik ist die Situation bislang eine andere. Obwohl Kunststoffpartikel in Trinkwasser nachgewiesen werden können, gibt es derzeit keinen eigenen gesetzlichen Grenzwert für Mikroplastik im Trinkwasser.
Das Thema wird dennoch zunehmend regulatorisch berücksichtigt. Auf Grundlage der europäischen Trinkwasserrichtlinie hat die Europäische Kommission 2024 erstmals eine einheitliche Methodik zur Messung von Mikroplastik in Wasser für den menschlichen Gebrauch festgelegt. Sie soll vergleichbare Daten schaffen und damit eine Grundlage für die weitere Beobachtung und Bewertung von Mikroplastik in der Trinkwasserversorgung bilden.⁴
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beschäftigt sich mit möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik. Das Institut weist weiterhin auf offene Fragen bei Exposition, Analytik und gesundheitlicher Bewertung hin.⁵
Gibt es einen Grenzwert für Mikroplastik?
Nein. Für Mikroplastik gibt es derzeit keinen gesetzlichen Grenzwert im Trinkwasser. Anders als beispielsweise bei Nitrat, Blei oder Bromat ist keine maximal zulässige Anzahl an Mikroplastikpartikeln pro Liter festgelegt.
Für eine gesundheitliche Bewertung ist zudem nicht allein die Anzahl relevant. Größe, Form und Material der Partikel können ebenfalls eine Rolle spielen. Einheitliche Messverfahren sind deshalb eine wichtige Voraussetzung, um Belastungen vergleichbar zu erfassen und künftig regulatorisch bewerten zu können.
Wie wird Mikroplastik gemessen und überwacht?
Die von der Europäischen Kommission festgelegte Methode sieht vor, Wasserproben zu filtrieren und die zurückgehaltenen Partikel anschließend hinsichtlich Größe, Form und Kunststoffzusammensetzung zu untersuchen. Erfasst werden Mikroplastikpartikel zwischen 20 Mikrometern und 5 Millimetern. Bei Fasern reicht der vorgesehene Größenbereich von 20 Mikrometern bis 15 Millimeter.⁴
Damit hat die Methode eine wichtige Grenze: Nanoplastik wird nicht erfasst. Auch Mikroplastikpartikel unterhalb von 20 Mikrometern fallen außerhalb des festgelegten Messbereichs. Die standardisierte Untersuchung bildet deshalb nicht sämtliche Kunststoffpartikel ab, die theoretisch im Wasser vorhanden sein können.
Gerade diese sehr kleinen Partikel sind für die Forschung von besonderem Interesse. Ihre zuverlässige Messung ist technisch anspruchsvoll. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob sie sich im menschlichen Körper anders verhalten als größere Mikroplastikpartikel.
Wie gelangt Mikroplastik in den menschlichen Körper?
Mikroplastik kann über Lebensmittel und Getränke sowie über die Atemluft in den menschlichen Körper gelangen.⁹ Trinkwasser ist damit nur einer von mehreren möglichen Aufnahmewegen. Welchen Anteil die einzelnen Quellen an der gesamten Belastung haben, lässt sich bislang nicht zuverlässig beziffern.

Beim Essen und Trinken können Partikel beispielsweise über Lebensmittel, Trinkwasser oder abgefüllte Getränke in den Verdauungstrakt gelangen. Auch bei der Zubereitung und Verpackung von Lebensmitteln können Kunststoffpartikel freigesetzt werden. Untersuchungen beschäftigen sich beispielsweise mit der Freisetzung von Mikroplastik aus bestimmten kunststoffhaltigen Teebeuteln beim Aufbrühen mit heißem Wasser.
Ein weiterer Aufnahmeweg ist die Atemluft. Fasern und andere kleine Kunststoffpartikel können Bestandteil von Hausstaub sein und ebenso in der Außenluft vorkommen. Sehr kleine Partikel können beim Einatmen bis tief in die Atemwege gelangen.
Selbst wenn die Belastung des eigenen Trinkwassers reduziert wird, lässt sich der Kontakt mit Mikroplastik im Alltag deshalb nicht vollständig vermeiden.
Was geschieht mit Mikroplastik im Körper?
Dass Mikroplastik verschluckt oder eingeatmet wird, bedeutet nicht automatisch, dass die Partikel auch in den Blutkreislauf oder das Gewebe gelangen. Ein großer Teil verschluckter Plastikpartikel wird nach heutigem Kenntnisstand wieder ausgeschieden. Dabei spielt insbesondere die Größe der Partikel eine Rolle.
Sehr kleine Mikroplastikpartikel können biologische Barrieren eher überwinden als größere Partikel. Im Verdauungstrakt können besonders kleine Partikel über die Darmschleimhaut aufgenommen werden und unter bestimmten Bedingungen über das Lymphsystem in den Blutkreislauf gelangen. Auch bei sehr kleinen eingeatmeten Partikeln wird untersucht, in welchem Umfang sie die Barriere zwischen Lunge und Blut überwinden können. Besonders Nanoplastik steht deshalb im wissenschaftlichen Fokus.
Kunststoffpartikel beziehungsweise Kunststoffbestandteile wurden inzwischen in menschlichem Blut sowie in verschiedenen Geweben und Körperflüssigkeiten nachgewiesen. Solche Nachweise zeigen, dass zumindest sehr kleine Partikel oder deren Bestandteile körpereigene Barrieren überwinden können. Sie belegen für sich allein jedoch nicht, dass dadurch eine bestimmte Erkrankung verursacht wird.
Wie viele Partikel tatsächlich in den Blutkreislauf gelangen, wie lange sie im menschlichen Körper verbleiben, wo sie sich möglicherweise anreichern und welche biologischen Prozesse sie beeinflussen können, ist Gegenstand aktueller Forschung.
Ist Mikroplastik im Trinkwasser gesundheitsschädlich?
Ob Mikroplastik im Trinkwasser in den üblicherweise vorkommenden Mengen gesundheitsschädlich ist, lässt sich derzeit nicht abschließend beantworten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht nach aktuellem Kenntnisstand keine belastbaren Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Mikroplastik beim Menschen und schätzt das gesundheitliche Risiko als vergleichsweise gering ein. Gleichzeitig bestehen insbesondere bei sehr kleinen Mikroplastikpartikeln und Nanoplastik weiterhin Wissenslücken.⁵
Für die Bewertung ist außerdem wichtig, dass der Nachweis eines Kunststoffpartikels noch keine gesundheitliche Wirkung belegt. Größe, Eigenschaften und aufgenommene Menge können ebenso relevant sein wie die Dauer der Exposition.
Was die Forschung bisher weiß
Die Studienlage entwickelt sich derzeit schnell. In den vergangenen Jahren haben Studien Mikro- und Nanoplastik in verschiedenen Bereichen des menschlichen Körpers nachgewiesen. Experimentelle Untersuchungen beschäftigen sich unter anderem mit möglichen Entzündungsreaktionen, oxidativem Stress und Auswirkungen auf Zellen und Gewebe. Wie relevant diese Mechanismen bei der tatsächlichen Belastung des Menschen sind und welche langfristigen gesundheitlichen Folgen daraus entstehen können, ist weiterhin Gegenstand der Forschung.
Neue Erkenntnisse liefert eine im Juli 2026 im European Heart Journal veröffentlichte Studie. Untersucht wurden 61 Patienten, bei denen aufgrund eines Verdachts auf eine koronare Herzerkrankung eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt wurde. Mikro- und Nanoplastik wurde dabei sowohl im peripheren Blut als auch im Blut der Herzkranzgefäße untersucht.⁶
Bei Patienten mit einem akuten ST-Hebungsinfarkt (STEMI), einer schweren Form des Herzinfarkts, wurden Mikro- und Nanoplastik deutlich häufiger nachgewiesen als bei Patienten mit einer chronischen Erkrankung der Herzkranzgefäße oder bei Personen ohne auffälligen Befund der Herzkranzgefäße.In der Herzinfarktgruppe wurden bei 84,2 Prozent Mikro- oder Nanoplastikpartikel gefunden. Bei Patienten mit chronischem Koronarsyndrom waren es 40 Prozent, in der Kontrollgruppe 31,8 Prozent. Die Herzinfarktpatienten zeigten zudem höhere Konzentrationen bestimmter Entzündungsmarker.⁶
Das Ergebnis ist bemerkenswert, erlaubt aber keinen Schluss, dass Mikroplastik einen Herzinfarkt verursacht. Die Untersuchung war eine Querschnittsstudie mit lediglich 61 Patienten. Zudem traten Mikro- und Nanoplastik häufiger bei Rauchern und Menschen mit höherer Feinstaubbelastung auf. In der statistischen Analyse war eine Raucherhistorie der einzige unabhängige Prädiktor für den Nachweis von Mikro- und Nanoplastik. Die Autoren bewerten ihre Ergebnisse daher als Ausgangspunkt für weitere Forschung und nicht als Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs.⁶
Auch experimentelle Studien liefern Hinweise auf mögliche biologische Wirkungen. Eine 2026 in Science Advances veröffentlichte Untersuchung an Mäusen untersuchte den Einfluss von Polyethylen-Mikroplastik auf die Leber und auf Prozesse, die mit einer stoffwechselbedingten Fettleber in Verbindung stehen. Dabei beobachteten die Forschenden unter anderem Veränderungen der Genaktivität und der Leberfunktion. Da es sich um eine Tierstudie handelt, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, dass Mikroplastik beim Menschen eine Fettleber verursacht oder entsprechende Lebererkrankungen begünstigt.⁷
Nanoplastik unter starker Beobachtung
Besonderes Interesse gilt den kleinsten Kunststoffpartikeln. Während größere Mikroplastikpartikel überwiegend wieder ausgeschieden werden, können sehr kleine Partikel biologische Barrieren leichter überwinden. Für Wissenschaftler stellt sich deshalb zunehmend die Frage, ob Nanoplastik andere biologische Wirkungen entfalten kann als größere Kunststoffpartikel.
Gleichzeitig ist gerade Nanoplastik besonders schwierig zu untersuchen. Die Partikel sind so klein, dass ihre zuverlässige Erfassung hohe Anforderungen an Probenahme und Analytik stellt. Die derzeit festgelegte EU-Methode für Trinkwasser erfasst Partikel erst ab einer Größe von 20 Mikrometern. Nanoplastik liegt darunter.
Der aktuelle Forschungsstand rechtfertigt daher weder eine pauschale Entwarnung noch die Aussage, Mikroplastik im Trinkwasser verursache bestimmte Erkrankungen. Die zunehmenden Nachweise sehr kleiner Kunststoffpartikel im menschlichen Körper und neue Hinweise auf mögliche Zusammenhänge mit biologischen und kardiovaskulären Prozessen sind jedoch gute Gründe, ihre Aufnahme und mögliche langfristige Wirkung weiter zu untersuchen.
Kann man Mikroplastik aus Trinkwasser filtern?
Auch wenn die gesundheitliche Bedeutung von Mikroplastik noch nicht abschließend geklärt ist, bleibt eine persönliche Abwägung: Möchte man vermeidbare Kunststoffpartikel über das tägliche Trinkwasser aufnehmen, wenn sich dieser Eintrag reduzieren lässt?
Wer Mikroplastik im eigenen Trinkwasser gezielt reduzieren möchte, sollte deshalb weniger auf die allgemeine Bezeichnung „Wasserfilter“ als auf die tatsächlich verwendete Filtertechnik achten.
Eine besonders weitgehende Aufbereitung ermöglicht eine Umkehrosmoseanlage. Dabei wird das Leitungswasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geführt. Die Trennwirkung geht weit über eine einfache mechanische Partikelfiltration hinaus. Mikroplastik kann dadurch sehr wirksam zurückgehalten werden.
Der praktische Vorteil liegt darin, dass die Aufbereitung unmittelbar dort stattfindet, wo das Wasser tatsächlich genutzt wird. Damit lässt sich die Qualität des Trinkwassers im eigenen Haushalt gezielt beeinflussen, anstatt ausschließlich auf die allgemeine Beschaffenheit des gelieferten Leitungswassers zu vertrauen.

Auch für Nanoplastik kommt die Umkehrosmose aufgrund ihrer sehr feinen Membrantrennung infrage. Die Trennwirkung von Umkehrosmosemembranen liegt in einem Größenbereich, der deutlich unterhalb der für Mikroplastik relevanten Partikelgrößen liegt. Damit können grundsätzlich auch sehr kleine Kunststoffpartikel zurückgehalten werden. Konkrete Rückhalteraten für Nanoplastik sollten jedoch nicht pauschal angegeben werden, da dessen analytische Erfassung anspruchsvoll ist und die Rückhaltung unter anderem von Partikeleigenschaften, Membran und Betriebsbedingungen beeinflusst werden kann.
Der Vorteil einer Umkehrosmoseanlage beschränkt sich dabei nicht auf Mikroplastik. Das Verfahren reduziert neben Partikeln auch zahlreiche gelöste Wasserinhaltsstoffe. Dazu können je nach Stoffeigenschaften beispielsweise PFAS, Nitrat und verschiedene Schwermetalle gehören. Gerade wenn Trinkwasser nicht nur im Hinblick auf einen einzelnen Stoff, sondern umfassender aufbereitet werden soll, ist dieser Unterschied zu anderen Filtersystemen relevant.
Aktivkohlefilter haben andere Stärken. Sie werden insbesondere eingesetzt, um Chlor, bestimmte organische Verbindungen sowie geschmacks- und geruchsbeeinflussende Stoffe zu reduzieren. Ob und in welchem Umfang Mikroplastik zurückgehalten wird, hängt dagegen vom konkreten Filteraufbau und der Größe der Partikel ab. Die pauschale Aussage, jeder Aktivkohlefilter entferne Mikroplastik zuverlässig, wäre deshalb nicht sinnvoll.
Aus unserer Beratungspraxis betrachten wir die Auswahl einer Wasseraufbereitung deshalb nicht isoliert anhand eines einzelnen Stoffes. Entscheidend ist, welche Wasserinhaltsstoffe reduziert werden sollen, welche Wassermenge im Alltag benötigt wird und welche Anforderungen an Einbau, Bedienung und Wartung bestehen. Eine Umkehrosmoseanlage kann besonders dann sinnvoll sein, wenn nicht nur Mikroplastik, sondern ein breiteres Spektrum unerwünschter Wasserinhaltsstoffe reduziert werden soll.
Eine geeignete Wasseraufbereitung kann somit dazu beitragen, die persönliche Aufnahme von Mikroplastik über das Trinkwasser deutlich zu reduzieren. Sie löst jedoch nicht das grundsätzliche Problem von Mikroplastik in unserer Umwelt. Kunststoffpartikel können dem Menschen auch über Lebensmittel und die Atemluft begegnen. Wer die eigene Exposition möglichst gering halten möchte, kann deshalb zusätzlich dort ansetzen, wo Mikroplastik entsteht und freigesetzt wird.
Mikroplastik vermeiden: Was kann jeder selbst tun?
Mikroplastik vollständig aus dem eigenen Alltag zu verbannen, ist kaum möglich. Zu vielfältig sind die Quellen, und nicht alle lassen sich durch persönliche Entscheidungen beeinflussen. Dennoch kann jeder dazu beitragen, die Freisetzung neuer Kunststoffpartikel zu reduzieren. Das setzt früher an als die nachträgliche Filtration und hilft dabei, den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt langfristig zu begrenzen.
Ein Ansatzpunkt sind Produkte, bei denen Kunststoffe bewusst eingesetzt werden oder während der Nutzung abgerieben werden. Bei Kosmetik und Körperpflege lohnt sich beispielsweise ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Die Europäische Union hat absichtlich zugesetztes Mikroplastik bereits weitreichend beschränkt, für verschiedene Produktgruppen gelten jedoch unterschiedliche Übergangsfristen. Zahnpasta wurde lange als typisches Beispiel für absichtlich zugesetztes Mikroplastik genannt. Für die heutige Produktsituation ist dieses Beispiel jedoch nur eingeschränkt geeignet, da sich Rezepturen und rechtliche Vorgaben verändert haben.
Auch Kleidung spielt eine Rolle. Synthetische Textilien wie Polyester können beim Tragen und insbesondere beim Waschen feine Kunststofffasern freisetzen. Ein weiterer großer Eintragspfad ist Reifenabrieb. Ganz vermeiden lässt er sich im Straßenverkehr nicht.
Einige praktische Möglichkeiten, die Freisetzung von Mikroplastik zu reduzieren, sind:
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Kleidung möglichst lange nutzen und synthetische Textilien bewusst waschen.
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Waschbeutel oder geeignete Filterlösungen nutzen, um einen Teil freigesetzter Fasern aufzufangen.
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Bei Kosmetik und anderen Produkten auf geeignete kunststofffreie Alternativen achten.
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Reifenverschleiß durch korrekten Luftdruck und vorausschauendes Fahren reduzieren.
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Unnötige Einwegkunststoffe vermeiden und Kunststoffgegenstände möglichst lange verwenden.
Diese Maßnahmen lösen das weltweite Mikroplastikproblem nicht. Sie setzen jedoch dort an, wo Mikroplastik entsteht, bevor es über Abwasser, Böden und Gewässer wieder in den Wasserkreislauf gelangt.
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Fazit
Mikroplastik ist in Gewässern, Lebensmitteln, Getränken und der Luft nachweisbar. Auch Trinkwasser kann Kunststoffpartikel enthalten. Wie hoch die Belastung tatsächlich ist, lässt sich jedoch nicht mit einer allgemeingültigen Partikelzahl beantworten, da Untersuchungsmethoden und erfasste Partikelgrößen erheblich voneinander abweichen.
Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, dass Mikroplastik im Trinkwasser eine konkrete Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellt. Besonders kleine Mikroplastikpartikel und Nanoplastik bleiben dennoch Gegenstand intensiver Forschung. Neue Untersuchungen zeigen, dass eine sachliche Beobachtung der weiteren wissenschaftlichen Entwicklung sinnvoll ist.
Wer die Aufnahme über das eigene Trinkwasser reduzieren möchte, kann gezielt an diesem Aufnahmeweg ansetzen. Umkehrosmose ermöglicht eine sehr weitgehende Wasseraufbereitung und kann Mikroplastik wirksam zurückhalten. Das grundsätzliche Mikroplastikproblem reicht jedoch weit über Trinkwasser hinaus. Weniger Kunststoffeinträge in die Umwelt und eine bewusste Nutzung von Kunststoffen setzen bereits bei der Entstehung an.
Häufige Fragen zu Mikroplastik im Trinkwasser
Zu den bedeutenden Quellen von Mikroplastik in Deutschland zählt der Abrieb von Autoreifen. Weitere Plastikteilchen entstehen durch Nutzung und Alterung von Kunststoffen, Textilien und anderen Produkten, weshalb neben der Produktion auch Nutzung und Entsorgung eine wichtige Rolle spielen.
Zur zuverlässigen Reduzierung von Mikroplastik eignen sich Filtersysteme mit entsprechend feiner Trennwirkung, insbesondere die Umkehrosmose. Anders als bei einem einfachen mechanischen Filter lässt sich ihre Wirkung nicht allein über eine Porengröße beschreiben, sie kann jedoch auch Kunststoffpartikel mit sehr kleinem Durchmesser zurückhalten.
Eine allgemeingültige Anzahl lässt sich nicht angeben, da die gemessene Menge an Mikroplastikteilchen von Wasserquelle, Probenahme, untersuchter Partikelgröße und Messverfahren abhängt. Untersuchungen deuten insgesamt darauf hin, dass Leitungswasser häufig geringer belastet ist als abgefülltes Wasser, die Ergebnisse verschiedener Studien sind jedoch nur eingeschränkt vergleichbar.
Ja, Mikroplastik wurde auch in Wasser aus Glasflaschen nachgewiesen. Untersuchungen zeigen, dass Flaschenwasser durch die Wahl von Glas nicht automatisch frei von Mikroplastik ist, da unter anderem Verschlüsse und Abfüllprozesse zur Partikelbelastung beitragen können.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Größe der Teilchen. Mikroplastik umfasst üblicherweise Kunststoffpartikel zwischen 1 Mikrometer und 5 Millimetern, während Nanoplastik nochmals kleiner ist; die genaue Abgrenzung kann je nach verwendeter Definition variieren.
Für die Reduzierung von Nanoplastik kommt insbesondere die Umkehrosmose infrage, da ihre Membrantrennung auch sehr kleine Kunststoffpartikel zurückhalten
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Quellen und weiterführende Informationen
1. Schymanski D., Goldbeck C., Humpf H.-U., Fürst P. (2018): Analysis of microplastics in water by micro-Raman spectroscopy: Release of plastic particles from different packaging into mineral water. Water Research, Vol. 129, S. 154–162. DOI: 10.1016/j.watres.2017.11.011.
Belegt insbesondere die im Beitrag genannten Werte von durchschnittlich 118 Partikeln/Liter in PET-Mehrwegflaschen, 14 Partikeln/Liter in PET-Einwegflaschen und 50 Partikeln/Liter in Glasflaschen.
2. Bayerischer Rundfunk, Bayern 1 (2025): Mikroplastik im Trinkwasser: Wo ist mehr drin – in Leitungswasser oder in Mineralwasser?
Einordnung verschiedener Untersuchungen zu Mikroplastik in Leitungswasser und abgefülltem Wasser sowie der eingeschränkten Vergleichbarkeit unterschiedlicher Messverfahren.
3. NDR Markt: Mikroplastik: Trinkwasser in Gefahr?
Der Beitrag dokumentiert die Entnahme und Laboruntersuchung verschiedener Wasserproben. Im Beitrag wird für eine untersuchte Badeseeprobe ein Wert von rund 8.000 Mikroplastikpartikeln pro Liter angegeben.
4. Europäische Kommission (2024): Delegierter Beschluss (EU) 2024/1441 der Kommission vom 11. März 2024 zur Festlegung einer Methodik zur Messung von Mikroplastik in Wasser für den menschlichen Gebrauch.
Die EU-Methode erfasst Mikroplastikpartikel zwischen 20 µm und 5 mm sowie Fasern mit einer Länge zwischen 20 µm und 15 mm. Vorgesehen sind unter anderem Filtration, optische Analyse und Vibrationsmikrospektroskopie.
5. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2025): Mikroplastik: Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Kenntnisstand und öffentlicher Wahrnehmung. Mitteilung Nr. 055/2025 vom 2. Dezember 2025.
Das BfR sieht nach aktuellem Wissensstand keine belastbaren Hinweise auf gesundheitliche Risiken für den Menschen und bewertet das Risiko als eher gering. Zugleich verweist es insbesondere bei sehr kleinen Partikeln und Nanoplastik auf weiteren Forschungsbedarf. Das BfR führt außerdem aus, dass ein großer Teil aufgenommener Partikel offenbar wieder ausgeschieden wird.
6. Paolisso P., Scisciola L. et al. (2026): Micro- and nano-plastics in the coronary circulation and air pollution exposure in ischaemic heart disease presentation. European Heart Journal.
Die Studie untersuchte 61 Patienten. Mikro- und Nanoplastik wurde bei 84,2 % der STEMI-Patienten, 40 % der Patienten mit chronischem Koronarsyndrom und 31,8 % der Kontrollgruppe nachgewiesen. Die Ergebnisse zeigen eine Assoziation, belegen aber keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Mikroplastik und Herzinfarkt.
7. Science Advances (2026): Microplastic exposure alters hepatic gene expression and exacerbates metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease in mice. DOI: 10.1126/sciadv.aec8681.
Experimentelle Tierstudie zum Einfluss von Polyethylen-Mikroplastik auf die Leber. Untersucht wurden unter anderem Veränderungen der Genaktivität und der Leberfunktion im Zusammenhang mit einer stoffwechselbedingten Fettleber. Da die Untersuchung an Mäusen durchgeführt wurde, lassen sich die Ergebnisse nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen.
8. World Health Organization (WHO) (2019): Microplastics in drinking-water. World Health Organization, Genf. ISBN 978-92-4-151619-8.
Grundlegende Bewertung des Vorkommens von Mikroplastik im Wasserkreislauf, möglicher gesundheitlicher Auswirkungen und der Entfernung während der Trinkwasser- und Abwasseraufbereitung. Die WHO bewertete das gesundheitliche Risiko auf Grundlage der damals verfügbaren Daten als gering, betonte jedoch erhebliche Wissenslücken.
9. World Health Organization (WHO) (2022): Dietary and inhalation exposure to nano- and microplastic particles and potential implications for human health. World Health Organization, Genf. ISBN 978-92-4-005460-8.
Weiterführende WHO-Bewertung zur Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik über Lebensmittel, Wasser und Atemluft sowie zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen.












