
Bromat im Trinkwasser: Das sollten Sie wissen
Der Nachweis von Bromat im Trinkwasser in Zehdenick wirft aktuell viele Fragen auf. Was verbirgt sich hinter diesem Stoff? Wie gelangt Bromat überhaupt ins Trinkwasser? Und besteht Anlass zur Sorge?
Der aktuelle Fall zeigt, wie schnell Fragen zur Trinkwasserqualität entstehen können. Was viele nicht wissen: Bromat gelangt nicht durch Verunreinigungen ins Trinkwasser, sondern kann unter bestimmten Bedingungen während der Wasseraufbereitung entstehen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Bromat entsteht, warum der Stoff überwacht wird, welche gesetzlichen Vorgaben gelten und welche Möglichkeiten es gibt, Bromat im Rahmen einer weitergehenden Wasseraufbereitung zu reduzieren.
Was ist Bromat?
Bromat ist eine chemische Verbindung, die unter bestimmten Bedingungen bei der Aufbereitung von Trinkwasser entstehen kann. Es handelt sich nicht um einen Stoff, der dem Trinkwasser zugesetzt wird, sondern um ein unerwünschtes Nebenprodukt bestimmter Aufbereitungsverfahren.
Bromat gehört zur Gruppe der Desinfektionsnebenprodukte.
Internationale Fachgremien stufen Bromat als Stoff ein, dessen Aufnahme möglichst gering gehalten werden sollte. Deshalb ist seine Konzentration im Trinkwasser gesetzlich begrenzt und wird regelmäßig überwacht.
Wie entsteht Bromat?
Bromat kann entstehen, wenn zur Desinfektion oder Aufbereitung von Trinkwasser Ozon eingesetzt wird und das Rohwasser Bromid enthält. Bromid ist ein natürlich vorkommendes Salz, das in unterschiedlicher Konzentration in Grund- und Oberflächenwasser enthalten sein kann.
Beim Einsatz von Ozon kann Bromid durch Oxidation zu Bromat umgewandelt werden. Ob und in welcher Menge Bromat entsteht, hängt unter anderem vom Bromidgehalt des Rohwassers sowie von den Bedingungen während der Wasseraufbereitung ab.
Moderne Wasserwerke überwachen diesen Prozess sorgfältig und passen ihre Aufbereitungsverfahren so an, dass die Bildung von Bromat möglichst gering bleibt.
Warum wird Bromat überwacht?
Bromat gehört zu den Stoffen, deren Konzentration im Trinkwasser regelmäßig überprüft wird. Die Überwachung dient dazu, die gesetzlichen Anforderungen dauerhaft einzuhalten und mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
Ergeben Analysen erhöhte Werte, werden die Untersuchungsergebnisse bewertet und die Ursachen untersucht. Je nach Einzelfall können die zuständigen Behörden vorsorgliche Maßnahmen anordnen, beispielsweise Empfehlungen oder Einschränkungen für die Nutzung des Trinkwassers, bis weitere Untersuchungsergebnisse vorliegen.
Welche Grenzwerte gelten für Bromat im Trinkwasser?
Für Bromat gilt in Deutschland gemäß der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) ein Grenzwert von 0,010 mg/l (10 µg/l).
Grenzwerte im Trinkwasser dienen dem vorsorgenden Gesundheitsschutz. Sie werden auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse festgelegt und so gewählt, dass auch bei einer lebenslangen Aufnahme über das Trinkwasser ein hohes Schutzniveau gewährleistet ist.
Ist Bromat gesundheitlich bedenklich?
Bromat gilt als Stoff, dessen Aufnahme über das Trinkwasser aus Vorsorgegründen möglichst gering gehalten werden sollte. Hintergrund ist, dass Bromat in Tierversuchen krebserzeugende Eigenschaften gezeigt hat. Für den Menschen liegen bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege vor.
Aus diesem Grund wurde in der Trinkwasserverordnung ein strenger Grenzwert festgelegt. Er soll sicherstellen, dass auch bei einer lebenslangen Aufnahme über das Trinkwasser ein hohes Maß an Gesundheitsschutz gewährleistet ist. Eine kurzfristige Überschreitung bedeutet nicht automatisch eine akute Gesundheitsgefahr, sollte jedoch zeitnah untersucht und behoben werden.
Welche Wasserfilter können Bromat reduzieren?
Bromat zählt zu den gelösten Wasserinhaltsstoffen und lässt sich daher nicht mit jeder Filtertechnologie aus dem Leitungswasser entfernen.
Herkömmliche Aktivkohlefilter sind für die Reduzierung von Bromat in der Regel nicht geeignet. Für diese Aufgabe kommt insbesondere die Umkehrosmose infrage. Ihre semipermeable Membran kann Bromat und viele weitere gelöste Stoffe mit hohen Rückhalteraten reduzieren. Die tatsächliche Filterleistung hängt jedoch von der Qualität der Membran, den Betriebsbedingungen und der Zusammensetzung des Rohwassers ab.
Ob von Bromat ein gesundheitliches Risiko ausgeht, hängt unter anderem von der Konzentration und der Dauer der Aufnahme ab. Der gesetzliche Grenzwert basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und berücksichtigt zusätzliche Sicherheitsreserven. Ziel ist es, die Belastung über das Trinkwasser dauerhaft möglichst gering zu halten.
Individuelle Beratung schafft Klarheit
Die Auswahl an Wasserfiltersystemen ist groß. Ob ein Filtersystem für die gewünschte Wasseraufbereitung geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die örtliche Wasserqualität ebenso wie die persönlichen Anforderungen und der Einsatzzweck.
Eine fundierte Beratung hilft dabei, die verschiedenen Filtertechnologien richtig einzuordnen und eine Lösung zu wählen, die technisch sinnvoll und langfristig überzeugt. Seit mehr als 25 Jahren beraten wir Privatkunden, Unternehmen und Praxen bei der Auswahl hochwertiger Wasserfiltersysteme. In unserem Showroom in Potsdam lassen sich die Unterschiede der einzelnen Filtertechnologien anschaulich erklären und verschiedene Lösungen direkt vergleichen.
Fazit
Bromat ist ein unerwünschtes Nebenprodukt bestimmter Verfahren der Trinkwasseraufbereitung und wird deshalb regelmäßig überwacht. Die gesetzlichen Grenzwerte sorgen dafür, dass die Trinkwasserqualität kontinuierlich kontrolliert und auf einem hohen Niveau gehalten wird.
Wer sein Trinkwasser zusätzlich aufbereiten möchte, sollte die unterschiedlichen Filtertechnologien und ihre Einsatzbereiche kennen. Für die Reduzierung gelöster Stoffe wie Bromat kommen nur bestimmte Verfahren infrage. Eine geeignete Wasseraufbereitung bietet den Vorteil, dass sie dauerhaft arbeitet und nicht erst dann zum Einsatz kommt, wenn ein Stoff im Trinkwasser nachgewiesen oder öffentlich kommuniziert wird. Welche Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den persönlichen Anforderungen und der örtlichen Wasserqualität ab.
Häufige Fragen
Bromat ist eine chemische Verbindung, die unter bestimmten Bedingungen bei der Aufbereitung von Trinkwasser entstehen kann. Sie bildet sich als unerwünschtes Nebenprodukt, wenn bromidhaltiges Wasser mit Ozon behandelt wird.
Nein. Bromat ist geschmacks-, geruchs- und farblos und kann mit den menschlichen Sinnen nicht wahrgenommen werden. Ob Bromat im Trinkwasser enthalten ist, lässt sich nur durch eine Laboranalyse feststellen.
Nein. Herkömmliche Wasserfilterkannen sind in der Regel nicht dafür ausgelegt, Bromat zu reduzieren. Sie dienen vor allem der Verbesserung des Geschmacks sowie der Verringerung der Wasserhärte.
Aktivkohlefilter sind für die Reduzierung von Bromat in der Regel nicht geeignet. Sie werden hauptsächlich eingesetzt, um organische Stoffe sowie geschmacks- und geruchsbeeinflussende Substanzen aus dem Wasser zu entfernen.
Für die Reduzierung von Bromat eignet sich insbesondere die Umkehrosmose. Ihre semipermeable Membran hält Bromat und viele weitere gelöste Stoffe mit hohen Rückhalteraten zurück.
Nein. Bromat wird durch Abkochen nicht entfernt, da es sich um einen gelösten Stoff handelt. Durch das Verdampfen von Wasser kann sich die Konzentration im Einzelfall sogar leicht erhöhen.
Informationen zur Trinkwasserqualität erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Wasserversorger. Grundlage sind regelmäßige Analysen und Wasserproben. Bei besonderen Vorkommnissen informieren zudem die zuständigen Gesundheitsbehörden über Untersuchungsergebnisse und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen.
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