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PFAS aus Leverkusen belasten Trinkwasseraufbereitung in den Niederlanden
Recherchen von WDR und Tagesschau zeigen, dass PFAS aus einer Sonderabfalldeponie in Leverkusen über den Rhein bis in die Niederlande gelangen. Dort müssen Wasserwerke zusätzlichen Aufwand betreiben, um die Belastung des Rohwassers zu reduzieren. Der Fall verdeutlicht, welche Herausforderungen langlebige Chemikalien für die Trinkwasseraufbereitung darstellen.

Veröffentlicht am
09.07.2026 • 10:00 Uhr
Autor:
Redaktion Wasserhaus
Was ist passiert?
Nach Angaben von WDR und Tagesschau stammt die Belastung aus der Sonderabfalldeponie Bürrig im Chempark Leverkusen. Dort anfallendes Sickerwasser wird über eine Kläranlage in den Rhein eingeleitet. Nach Recherchen des WDR werden die enthaltenen PFAS dabei bislang nicht gezielt entfernt.
Besonders betroffen sind Wasserwerke in den westlichen Niederlanden. Anders als viele deutsche Wasserwerke können sie ihr Trinkwasser nicht überwiegend über Uferfiltrat gewinnen, sondern sind in weiten Teilen auf Rheinwasser als Rohwasserquelle angewiesen. Dadurch steigt der technische Aufwand bei der Wasseraufbereitung deutlich.
Nach Angaben des niederländischen Verbandes der Rheinwasserwerke wurden in den vergangenen Jahren steigende PFAS-Belastungen im Rhein gemessen. Die Wasserwerke setzen unter anderem Aktivkohlefilter ein und fordern zusätzliche Maßnahmen an der Quelle, damit weniger PFAS in den Rhein gelangen. Auch der Betreiber Currenta teilte mit, bereits an Verfahren zu arbeiten, um die PFAS-Frachten aus dem Sickerwasser schrittweise zu reduzieren.
Fachliche Einordnung
Der aktuelle Fall zeigt, dass Einträge von PFAS nicht an Landesgrenzen enden. Flüsse wie der Rhein verbinden ganze Regionen miteinander und dienen vielerorts als wichtige Rohwasserquelle für die Trinkwasserversorgung. Gelangen langlebige Stoffe in den Wasserkreislauf, können sie auch flussabwärts Auswirkungen auf die Wasseraufbereitung haben.
PFAS stellen Wasserwerke vor besondere Herausforderungen. Die Stoffgruppe umfasst zahlreiche chemische Verbindungen mit unterschiedlichen Eigenschaften, die sich durch konventionelle Aufbereitungsverfahren nicht gleichermaßen entfernen lassen. Je nach Wasserqualität und vorhandener Aufbereitungstechnik können deshalb zusätzliche Verfahren erforderlich sein, um die gesetzlichen Anforderungen an die Trinkwasserqualität einzuhalten.
Der aktuelle Vorfall bedeutet nicht automatisch, dass Verbraucher belastetes Trinkwasser erhalten. Vielmehr zeigt er, welchen technischen und wirtschaftlichen Aufwand Wasserversorger betreiben müssen, um auch bei erhöhten Belastungen eine sichere Trinkwasserversorgung sicherzustellen.
Weiterführende Informationen
PFAS werden aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften seit Jahrzehnten in zahlreichen Industrie- und Alltagsprodukten eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Beständigkeit werden sie häufig auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet.
Was PFAS genau sind, wie sie ins Trinkwasser gelangen können, welche gesetzlichen Vorgaben gelten und welche Möglichkeiten der Wasseraufbereitung bestehen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber:








